Jeden Tag ein bisschen Weihnachten leben
Es war einer dieser Abende im Advent, an denen die Stadt leiser zu werden schien.
Die Lichter in den Fenstern flackerten sanft, und irgendwo roch es nach Zimt und warmer Stille.
Wir saßen uns gegenüber, zwei Tassen Tee zwischen uns, draußen fiel der erste Schnee.
Ich erzählte dir von meiner Art zu lieben, von meinem Warten, von dem Wunsch, gesehen zu werden.
Davon, wie sehr ich geglaubt hatte, dass Liebe mir etwas geben müsse, damit ich mich vollständig fühle.
Du hörtest zu, ohne zu unterbrechen, ohne zu erklären.
Als ich verstummte, sagtest du nichts.
Du lächeltest nur – nicht ausweichend, sondern ruhig, fast dankbar.
In diesem Moment verstand ich mehr als in all den Gesprächen zuvor.
Ich spürte, dass Liebe nicht in dem liegt, was ich erhoffe,
sondern in dem, was ich bereit bin zu fühlen.
Dass sie nicht von außen kommt,
sondern dort beginnt, wo ich mir selbst begegne.
Draußen legte sich der Schnee auf die Welt,
und innen wurde etwas still in mir.
Ich musste nichts mehr erwarten,
nichts festhalten,
nichts beweisen.
Seit diesem Abend liebe ich anders.
Nicht weniger.
Aber freier.
Und vielleicht ist genau das
das leiseste Weihnachtsgeschenk,
das man sich selbst machen kann.
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